Dr. T am liebsten auf dem Acker, aber heute in Hochbeet-Mission unterwegs!

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Zugegeben, ein Herz-und-Spaten-Hochbeetfan bin ich nicht. Hab auf dem MalzAcker, unserem Bürostandort, trotzdem in aller Eile eines für BT aufgebaut, besät und bepflanzt und parallel dazu an zwei Standorten zu ebener Erde Canettis und Black Turtles gesät bzw. gepflanzt, außerdem Explodiergurken und Feuerbohnen, Moschuskürbisse und Kalebassen - was man eben so alles probiert, wenn es die Fläche bzw. der Standort hergibt. Zwei Sorten Kartoffeln stehen auch im Hochbeet. Nur welche? Wenn ich doch bloß den Zettel wiederfände! Der Salat ist nüscht geworden, nicht mal gekeimt. Das haben wir schon gebeichtet. Der muß beim nächsten Mal deutlich früher oder sehr viel später in den Boden. Darauf hatten wir uns ja schon geeinigt.

Gestern habe ich mal bei den Hochbeet-Kartoffeln geguckt, was sich unter dem üppigen Laub im Boden versteckt: Janüscht, genauer nur Wurzeln. Von Knollen keine Spur. Da haben wir nun wochenlang Tag für Tag fleißig gegossen, und es hat in der vergangenen Woche sogar zweimal ein bisschen geregnet, ganze 8 mm waren im Glas. Alles für die Katz. Heute früh dasselbe Spiel auf dem Acker, keinen Deut besser. Sogar die Blütenknospen werfen die Pflanzen ab. Es hat schon mal so ein Jahr gegeben, in dem sich die Kartoffeln die Knollenbildung verkniffen haben. Da müssen wir unbedingt mehr wässern, wenn das noch was werden soll.

Die Black Turtles im Hochbeet zeigen gerade mal die ersten Blütenknospen, während die an der Südwand schon kleine Bohnen dran haben. Canetti im Hochbeet lässt sich offenbar Zeit, sowohl mit dem Wachstum als auch mit der Blütenbildung. Da sind gerade mal die ersten Knospen zu sehen, die sich vielleicht morgen öffnen werden. Wie anders das Schauspiel an der Südwand mit dem Gitter! Julia hat kürzlich gezeigt, wie hoch die Pflanzen schon gerankt sind. Die ersten, untersten Früchte sind bereits ausgewachsen, müssen nur noch reifen. Wenn so eine Pflanze mehr Früchte ansetzt als sie zu ernähren vermag, kann es passieren, dass sie abortieren, abwerfen. Das ist bei den sonnenverbrannten Feuerbohnen der Fall. Die blühen ohne Ende, setzen aber keine Früchte an. Denen ist es definitiv zu heiß und zu trocken. Mit Trockenheit und Hitze kommt Canetti bisher richtig gut klar. Unter den Kartoffeln hatte es die lichtliebende Bohne ein bisschen schwer, und jetzt, wo sie den Durchbruch geschafft hat, stagniert das Wachstum. Die oberen Blätter bekommen gelbliche Flecke und kräuseln sich. Ob das Thripse sind, Blasenfüße? Blattläuse habe ich keine an den Pflanzen gesehen, zumindest nicht ohne Brille. Unten probieren die Nacktschnecken. Das alles schwächt die Pflanze natürlich - und mich auch.

Erfreulich ist, dass die Canettis an der Südwand jetzt an der Basis Seitentriebe entwickeln. Da müssen wir überlegen, ob wir auf mehr Früchte hoffen, oder ob wir die Triebe im Ganzen als Gemüse essen, nur den Haupttrieb stehen lassen.

Bei den Black Turtles sehen die Blätter der Pflanzen übrigens ganz unterschiedlich aus. Einige haben fast glattes, gesundes Laub, bei anderen kräuselt und wölbt es sich, hat außerdem ungleichmäßige Verfärbungen. Da haben sich die Turtles wahrscheinlich ein Virus eingefangen. Mal sehen, was aus den Fruchtansätzen wird.

Je mehr man guckt, desto mehr sieht man. Bloß, wie ich den Canettis helfen kann, dass sie sich im Hochbeet auch so zügig entwickeln wie an der Wand, da fehlt mir noch die zündende Idee. Wind mag sie nicht, viel Wasser braucht sie nicht, eine Wärmflasche kriegt sie nicht, und einen Propangas-Strahler stelle ich bei der Trockenheit auch nicht auf. Hoffen wir für diese Bohne auf einen warmen, trockenen Sommer, für die benachbarten Kartoffeln auf einen durchdringenden, langanhaltenden Landregen und für die Turtles auf den richtigen Mix aus beidem.

Thomas