Agri- und Horticultura: Acker- und Gartenbau

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Landwirtschaft im engeren Sinne bezieht sich auf den Acker- oder Feldbau und auf den Gartenbau. Beide Formen sind nur auf Flächen möglich, deren ursprüngliche oder Spontan-Vegetation zuvor entfernt wurde und die fortan auch von unerwünschtem Aufwuchs (Bei- oder Unkräuter) weitgehend freigehalten werden:

Äcker sind – bis auf die vereinzelt und meist quer zur Hauptwindrichtung angelegten Hecken – weder geschützt noch eingefriedet: Auf ihnen werden landwirtschaftliche Kulturen angebaut, Hackfrüchte (wie Kartoffeln, Zuckerrüben) und Halmfrüchte (Getreide), Futterpflanzen (Gräser, Klee, Luzerne), Hülsenfrüchte (Ackerbohne, Linse, Soja), Mais, Ölfrüchte (Raps, Sonnenblumen) technische und Sonderkulturen (z.B. Energiepflanzen, Tabak).

Der Gartenbau findet meist auf Flächen statt, die zuvor mit Hecken, Zäunen oder Mauern eingefriedet oder anderweitig gesichert worden sind. Zu den gärtnerischen Kulturpflanzen zählen auch alle Kulturen unter Glas und Folie (z.B. Gemüse, Zierpflanzen), ebenso der Obst- und der Weinbau einschließlich der Erzeugung von Jungpflanzen in Baumschulen. Die Grünlandbewirtschaftung (Wiesen und Weiden) fällt nicht unter diesen Begriff.

Durch den wachsenden Bedarf an Produkten von klassischen gartenbaulichen Kulturpflanzen, eine fortschreitende Spezialisierung der Erzeugerbetriebe und eine Zunahme des kleinflächigen, geschützten Anbaus von Feldfrüchten hat sich die früher für die Bauernhöfe typische scharfe Unterscheidung der beiden Zweige überlebt. Hinzu kommt, dass Acker- und Gartenbau regional, aber auch global unterschiedlich definiert und gehandhabt werden.

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Alle dem Stand der Technik entsprechenden Landbewirtschaftungsformen, die sich abgesehen von den geltenden gesetzlichen Vorgaben keine weiteren Beschränkungen auferlegen, werden heute als herkömmliche, industrielle oder konventionelle Landwirtschaft bezeichnet – wobei der Ausdruck „konventionell“ keinen Bezug auf klar definierte Konventionen nimmt, die hierbei befolgt werden müssten.

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Neben der konventionellen gibt es eine ganze Reihe anderer, alternativer Landbewirtschaftungsformen, die aus ganz unterschiedlichen Beweggründen und mit verschiedenen methodischen oder philosophisch begründeten Ansätzen entwickelt worden sind. Die meisten sind präziser definiert, teils über den Ausschluss, teils über die Verwendung bestimmter Produkte oder Methoden. In dieser Reihe werden wir einige dieser Methoden hier vorstellen. Nächste Woche wird an dieser Stelle die Methode vorgestellt, die Ackerdemia anwendet.


Thomas