Agri- und Horticultura: organisch - biologischer Anbau

In der zweiten Hälfte des vorherigen Jahrhunderts entwickelten die Agrarwissenschaftlerin Maria Müller, ihr Mann und Agrarpolitiker Hans Müller gemeinsam mit dem Arzt Hans Rusch die organisch- biologische Anbaumethode. Es entstand ein reger Anbau zwischen den Pionier*innen des ökologischen Landbaus in der Schweiz und den Bäuer*innen in Süddeutschland. Dieser führte etwa 20 Jahre später (1971) zur Gründung des Vereins “bio gemüse e.V.” in Honau bei Reutlingen.

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Zu dieser Zeit befand sich die Landwirtschaft in einem Umbruch: weg von der traditionellen hin zu einer intensiven, chemisch - technischen Landwirtschaft. Um die Exsistenz der Bäuer*innen zu sichern sollte ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf erreicht werden. Die Unabhängigkeit vom Zukauf von Betriebsmitteln und eine unabhängige Vermarktung hatten daher höchste Priorität.

Auch bei Bioland der Einsatz von mineralischem Dünger und chemisch-synthetischen Pestiziden verboten. In der organisch-biologischen Anbauweise treten aber einige weitere Punkte deutlich in den Vordergrund:

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  • Die Pflege des Bodenlebens und somit die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit ist ein besonderes Anliegen des organisch-biologischen Landbaus. Bei allen Maßnahmen der Bodenbearbeitung muss die Verträglichkeit für das Bodenleben mitbedacht werden.

  • Die Gesundheit und Widerstandskraft der Pflanzen wird gefördert indem der Standort unter ökologischen Gesichtspunkten gestaltet wird. Zum Beispiel durch die Anlage und Erhaltung von Hecken, die Einrichtung von Nistplätzen und die Gewährung von Unterschlupf für Insekten sollen Nützlinge gefördert und somit die Selbstregulation im Ökosystem verbessert werden.

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  • Eine Vorgabe an die Anbauer*innen lautet, mit Wasser ressourcenschonend umzugehen. Wo es möglich ist, soll Regenwasser aufgefangen und genutzt werden.

  • Vielfältige und ausgewogene Fruchtfolge mit Leguminosenanteil ist ebenfalls vorgeschrieben.

  • Pflanzenarten und Sorten sollen verwendet werden, die für die jeweiligen Standortbedingungen am besten geeignet, wenig krankheitsanfällig und von hoher ernährungsphysiologischer Qualität sind.

  • Im landwirtschaftlichen Bereich sollen landesübliche Sorten gegenüber Hybriden vorgezogen werden.

  • Ziel ist es, die Pflanzen unter solchen Bedingungen zu erzeugen, dass ein Befall durch Schädlinge und Krankheiten keine wirtschaftliche Bedeutung erlangt.

  • Der Einsatz von Torf zur Anreicherung der Böden mit organischer Substanz ist nicht gestattet.

 
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Eva