Natürliche Antago.....bitte was?

Natürlichen Antagonisten - so werden die Gegenspieler von Tieren genannt, die wir Menschen als “Schädlinge” oder “Ungeziefer” bezeichnen. Für andere Tiere sind sie aber oft ein leckeres Mahl und ein wichtiger Bestandteil des Nahrungsnetzes. Wie praktisch wäre es da, diese kleinen Helferlein einfach in die Nähe der angebauten Kulturpflanzen zu locken? Das ist gar nicht so schwer, und es gibt ganz unterschiedliche Möglichkeiten dafür.

Dass der Einsatz giftiger, synthetischer Stoffe gegen Ameisen, Läuse, Raupen, Weiße Fliegen & Co. gravierende Nachteile hat, wird zur Zeit heiß diskutiert. Es gibt Volksinitiativen, die die Artenvielfalt retten wollen, Informationencampagnen zu Pestizidstopp und sogar ganze “pestizidfreie Kommunen”. Macht Deine Kommune eigentlich auch mit? Das kannst Du hier nachschauen.

Unter dem Oberbegriff Pestizide werden chemisch-synthetische Stoffe oder Stoffkombinationen zusammengefasst, die giftig auf Tiere, Pflanzen oder Pilze wirken und die daher zu deren Bekämpfung eingesetzt werden. Hierbei wird je nach Wirkung auf die Zielgruppe weiter unterschieden zwischen z.B. Herbiziden (gegen “Beikräuter”), Insektiziden (gegen Insekten) oder auch Fungiziden (gegen Pilze). Nur selten wirken diese Stoffe spezifisch auf die unerwünschten Arten. Sie haben jedoch eine große, oft unvorhersehbare Wirkung auf die Ökosysteme, in die sie eingebracht werden und nicht selten darüber hinaus. Beschönigende Begriffe wie Beikrautregulierung statt Unkrautbekämpfung ändern nichts an den unübersehbaren Kollateralschäden: Die wenigen verbliebenen Ackerunkräuter reichen als Nahrungspflanzen für Bienen und andere Insekten nicht mehr aus. Zusätzlich verwendete Insektengifte gefährden die Ernährungsgrundlage der Spinnen, Vögel und Fledermäuse oder reduzieren deren Bruterfolg. Insekten sind nicht nur eine Grundnahrung für andere Tiere, sie tragen zusammen mit Regenwürmern, Asseln, Milben, Hundert- und Tausendfüßern auch zur Humusbildung bei. Eine hohe Artenvielfalt und große Individuendichten kennzeichnen gesunde, nachhaltig bewirtschaftete und daher fruchtbare Böden ebenso wie viele andere Lebensräume. Äcker ohne Bodenleben und ohne blühende Beikräuter sind lebensfeindlicher als Wüsten.

 

Wie sieht eine naturnahe Gestaltung des Gartens oder des Balkons konkret aus?

Welche Maßnahmen stehen im biologischen Pflanzenschutz zur Verfügung?

Klicke auf die Slideshow, um mehr Informationen zu den gern gesehenen Nützlingen zu sehen.

 



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Generell gilt: Lass Dich von einem geringen Schädlings-Befall erstmal nicht aus der Ruhe bringen: er geht in einem naturnahen Garten meist von selbst zurück. Allerdings kann es z.B. bei ungewöhnlichen Witterungsverhaltnissen, die Stress für die Pflanze bedeuten, zu einem länger anhaltendem, stärkerem Befall kommen. Dann gibt es viele Möglichkeiten des Umgangs, und die Einladung der Nützlinge ist eben eine.

Hier stellen wir nochmals kurz die weiteren Maßnahmen vor:

  • Handarbeit; das frühzeitige Absammeln der “Schädlinge” verhindert deren vermehrung und beugt so größeren Schaden vor.

  • Pflanzenjauchen, -Tees und -Brühen; neben dem negativen Effekt auf einige “Schädlinge” stärken sie auch noch die Abwehrkräfte der Pflanze. Wenn Du genauer nachlesen willst, wie diese Flüssigkeiten hergestellt werden können, schaue auf der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) Seite nach.

  • Mechanische Maßnahmen; Schneckenzäune, feine Netze oder Vliese können vor unliebsamen Tierbesuch schützen.

Eva