Hilfe, Blattläuse an meinen Bohnen! Was tun?

Meine Black Turtles sind im Beet gut aufgegangen, doch jetzt habe ich viele schwarze Blattläuse an der Unterseite der ersten Blätter und an den sich neu entwickelnden Blättern. Habt Ihr einen Tipp, was ich dagegen machen kann, oder ist das gar nicht schlimm?

Blattlausbefall an Bohnen und anderen Gemüsepflanzen ist immer wieder ein heiß diskutiertes Thema: Reichen die Selbstregulierungskräfte der Natur, den Befall mindestens einzudämmen oder muss der Mensch doch zur chemischen Keule greifen, um wenigstens einen Teil der Ernte retten zu können?

Welche Möglichkeiten zwischen “nichts tun” und “Gifteinsatz” sich als sinnvoll erwiesen haben, erfährst Du in diesem Beitrag.

Da sich die chemische Keule in vielfacher Hinsicht auf Lebensräume, Pflanzen, Tiere und auch Menschen auswirkt, suchen viele Menschen nach Alternativen zum Gifteinatz. Das Gift hat zwar tödliche Auswirkungen auf tatsächliche und vermeintliche Schädlinge – aber es wirkt eben auch auf andere Tiere und Pflanzen. Dies hat einen tiefgreifenden Effekt auf das gesamte Nahrungsnetz: Fehlen den Vögeln und Fledermäusen die Insekten als Futter, nimmt ihnen das auch die Lebensgrundlage. Außerdem sind etwa 90 % der Wildpflanzen von der Bestäubung durch Insekten abhängig.

Oft sind es Ameisen, die Blattläuse wegen ihrer süßen Ausscheidungen (Honigtau) nicht nur melken, sondern auch schützen und an geeignete Stellen auf den Pflanzen tragen. Können wir die Kräfte der Natur stärken, indem wir natürliche Feinde, also Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen, Flor- und Schwebfliegen anlocken?

Die Förderung der Nützlinge durch naturnahe Gartengestaltung und angebotene Nisthilfen ist ökologischer Pflanzenschutz. In einem Garten, der viele naturnahe Elemente wie Hecke, Wiese, Tümpel, Steinhaufen, Totholzstapel, Nisthilfen enthält, verhindern die dort lebenden natürlichen Feinde ein Überhandnehmen von Problemarten. In unserem Post zu “Natur und Umwelt” am 27.06. wird es einen eigenen Beitrag zu Nützlingen geben. Hier schonmal vorweg:

Bis zu 600 Blattläuse kann ein einzelner Marienkäfer in seinem Leben vertilgen. Sie werden durch die Nahrung angelockt. Somit ist es hilfreich, im Garten ein paar verlauste Beikräuter stehen zu lassen. Zusätzlich ist ein Naturwiesen-Bereich im Garten, Topf, auf dem Balkon sinnvoll. Der Marienkäfer schätzt zum Beispiel Dill, Schafgarbe oder auch Kamille. Diese Blühpflanzen sehen zusätzlich auch noch hübsch aus. zur Überwinterung des Marienkäfers eignen sich hohe Grasbüschel, lose Borke an Bäumen oder auch Steinhaufen.

Eine weitere, weniger bekannte und einfache Methode ist, die dicksten Blattlauskolonien mit den Fingern zu zerdrücken und die Schmiere an den Pflanzen zu belassen. Zuerst aber nachschauen, ob nicht bereits Nützlinge am Werke oder wenigstens Eigelege vorhanden sind. Bei dieser zugegeben etwas unappetitlichen Arbeit keine Handschuhe verwenden, um die Pflanzen dabei möglichst wenig zu schädigen. Aber: Hände sind waschbar. Die toten Läuse werden von den Ameisen aufgefressen und der intensive "Läuse-Duft" lockt Nützlinge wie Marienkäfer, Schlupfwespen sowie Flor- und Schwebfliegen herbei. Da zeitweilig weniger Honigtau anfällt, lässt die Pflege durch die Ameisen nach, und die Nützlinge gewinnen leichter die Oberhand.

Da Ameisen die Läuse immer wieder an geeignete Stellen tragen, hilft das oftmals empfohlene Abspritzen der Pflanzen mit einem scharfen Wasserstrahl nur zeitweilig und ist gerade bei empfindlichen Jungpflanzen leichter gesagt als getan.

Folgendes Hausmittel zum Einsprühen der Pflanzen hat sich bewährt: Kern- oder Schmierseife gemischt mit Essig, Tabaksud oder Knoblauchbrühe, in welcher Kombination auch immer. Das Gemisch auch auf die Blattunterseiten sprühen, wo es dank der Seife haften bleibt.

Mehr Informationen zum Thema “Gärtnern ohne Pestizide” und Wirkung von Pestiziden findest Du auf der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) Seite.