Pflanzen pikieren - warum und wie?

Pikieren - dieses Wort kommt aus dem Französischen (piquer) und bedeutet stechen. Nur keine Angst, wir wollen unsere Pflänzchen nicht abstechen, sondern sie vereinzeln, mit Hilfe eines Pikierstabes. Es ist auch möglich, einen Bleistift, Eisstiel, Kugelschreiber oder Löffelgriff zu benutzen.

Warum pikieren?

Wenn sich Deine Aussaaten nach zu dichtem Aufgang nicht gut entwickeln können, hole sie am besten ganz vorsichtig aus der engen Nachbarschaft heraus. Setze jedes Pflänzchen in optimalem Abstand (hier kannst Du den richtigen Abstand noch einmal nachschauen) zum nächsten wieder in den Boden oder in ein neues Pflanzgefäß. Nun gibt es keine Konkurrenz um Nährstoffe, Wasser und Licht mehr, und jede Pflanze hat vergleichbare Wachstumsbedingungen.

Wie?

Das Pikieren bedeutet für alle Pflanzen Stress. Daher ist es wichtig, dabei so behutsam wie möglich vorzugehen und gleichzeitig flink zu sein. Der ideale Zeitpunkt ist gekommen, sobald sich nach den Keimblättern das erste Folgeblatt entfaltet und das nächste bereits erkennbar ist.

Hier gibt es eine Anleitung, Schritt für Schritt:

  1. Die von der Aussaatschale oder direkt aus dem Freiland zu pikierenden Pflanzen mit abgestandenem Wasser überbrausen. Möglichst im Schatten arbeiten.

  2. Den neuen Topf, die Pikierkiste oder das Beet vorbereiten. (Hier kannst Du nochmal nachschauen wie Du einen Topf richtig befüllst).

  3. Mit dem Pikierstab ein Loch stechen, welches in etwa so breit und tief ist, dass die Wurzeln der kleinen Pflanze gut hineinpassen.

  4. Hebe den ersten Sämling nun mit einem oder zwei Fingern bzw. mit dem Pikierstab vorsichtig aus der Erde, ohne ihn zu verletzen. Benutze keine Handschuhe, um ein Gefühl für die zarte Pflanze zu bekommen. Pass auf, dass möglichst viel Erde am Wurzelballen bleibt.

  5. Halte die Wurzeln und den unteren Teil des Hypokotyls oder Stielchens zwischen Wurzel und Keimblättern in das Pflanzloch. Einige Pflanzen (wie Tomaten und Lauch) vertragen es, wenn man sie viel tiefer in den Boden setzt. Andere (wie z.B. der Salat) mögen das nicht. Bei allen Pflanzen ist es wichtig, die Wurzeln senkrecht in das Loch zu legen, damit sie nach unten weiterwachsen.

  6. Drücke die Erde vorsichtig seitlich an und pikiere alle anderen Sämlinge wie den ersten.

  7. Überbrause die pikierten Pflanzen, damit sich das Substrat gut setzt und stelle die Gefäße zunächst im Schatten auf.

Manche Pflanzen sind schwer zu pikieren und wachsen danach nicht gut weiter. Solche Arten (z.B. Bohnen, Erbsen, Möhre, Pastinak, Radieschen) werden nicht pikiert, sondern nur vereinzelt.

Es ist nicht einfach, Feinsämereien wie den Salat gleichmäßig auszusäen. Daher lohnt es sich für den Eigenbedarf, Aussaattöpfe und Pikierschalen zu verwenden. Große Gärtnereien verwenden übrigens Paletten mit Erdpresstöpfen, die meist maschinell mit jeweils einem Korn bestückt werden.