Wie mulcht ihr denn? Und wie hängt das mit dem Umgraben zusammen?

Über Winter decken wir den Ackerboden mit einer dicken, bis zu 50 cm starken Mulchschicht aus Laub, Hecken- und Baumschnitt von mehreren Pflanzenarten ab (dieser Mulch hat nichts mit dem handelsüblichen Rindenmulch zu tun, auf dem fast nichts wächst). Er speichert die Feuchtigkeit, sorgt für eine gute Bodengare und verhindert das Keimen von Beikräutern. Die Schicht wird ca. einmal monatlich bewegt und dabei gewendet. Dabei werden die Laubarten untereinander und teils auch mit Erde vermischt. So entstehen keine schwer abbaubaren Matten, und die Zersetzungsprozesse erfassen die ganze Mulchauflage gleichmäßig. 

Beim Umgraben legen wir die Reihe erster Spatenstiche gewendet in einer Linie so vor uns ab, daß eine gerade, tiefe Furche entsteht. In diese Furche harken wir den angerotteten, mit Erde versetzten Mulch, treten ihn etwas an und legen den Boden der Reihe zweiter Spatenstiche gewendet darauf ab. Gegrabener Boden wird das ganze Jahr über nicht betreten, die Wege ausgenommen, versteht sich. So bleibt Luft im Boden, und euedaphische Arten (im Boden lebende „echte Bodenorganismen“) finden das ganze Jahr über ausreichend Nahrung. Für die epedaphischen, auf dem Boden lebenden Organismen legen wir gleich wieder ein neues Mulchbeet an. Von dieser Technik profitieren weit mehr Bodenlebewesen, als wenn nur die oberste Bodenschicht aufgelockert wird und der Mulch obenauf liegen bleibt. Schon nach einjähriger Bewirtschaftung zeigt die veränderte Farbe des Ackerbodens den deutlich gestiegenen Humusgehalt an. In jedem Spatenstich findet sich eine Vielzahl großer, aber auch kleinerer, nur mit der Lupe oder unter dem Mikroskop erkennbarer Tiere. Der typische Erdgeruch zeugt von der Gegenwart die Bodengare fördernder Pilze.

Eva